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Sommer |
Punk-Treffen
in Wuppertal
Jeden Monat bis zu 300 Punks.
Vorläufer der Chaos-Tage. |
| November
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Der
Ursprung der Chaos-Tage
Der Journalist Jürgen Voges
deckt eine sog. "Punker-Kartei"
auf, in der die hannoversche
Polizei die ihr "verdächtige"
Punk-Szene erfasst. Kurz darauf
erscheinen die ersten Aufrufe
zu einem "Chaos-Tag".
Man will mit massenhaftem Erscheinen
von echten und falschen Punks
die Datei wertlos machen und
den "Untergang Hannovers"
herbeiführen. |
| Dezember |
Die
"Dead Kennedys" unterstützen
den Chaos-Tag
Auf Ihrer Tour durch eine Reihe
europäischer Städte
ruft die Punk-Kult-Band "Dead
Kennedys" die Konzertbesucher
auf, zum Chaos-Tag nach Hannover
zu fahren. |
| 18.
Dez. |
Die
Polizei eskaliert den ersten
Chaos-Tag von Hannover zu Krawall
Rund 800 Punks & Freunde
finden sich Samstag Mittag am
Kröpcke zum Chaos-Tag ein.
Als sich ein Demonstrationszug
formiert, fordert die Polizei
kurz die Auflösung der
Versammlung und setzt dies dann
per Knüppeleinsatz durch.
Es kommt zu einer kurzen Straßenschlacht
mit Verletzten - in erster Linie
auf Punk-Seite. |
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| 1983 |
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| April |
Aufrufe
zu neuen Chaos-Tagen gehen um
Weil im Gegensatz zu anderen
Städten die eher unpolitischen
oder gar linken hannoverschen
Skinheads ein gutes Verhältnis
zur Punk-Szerne pflegen, will
man ein Zeichen setzen: Es wird
zur "Wende" aufgerufen
- Punks und Skins sollen ab
sofort "zusammenhalten",
gegen Nazis, Staat und brave
Bürger. Für dieses
Treffen werden diesmal gar drei
Tage angesetzt - aus einem "Chaos-Tag"
werden "Chaos-Tage"! |
| 1.
Juni |
Chaos-Tage
1983/Freitag: Nazis greifen
an
Rund 500 Punks bevölkern
bereits am Freitagnachmittag
den hannoverschen Bahnhof, bis
dann die Polizei die Szene räumen
läßt - wegen "Pöbelns".
Geschäftsleute hatte sich
beschwert.
Bei einem Konzert am Abend im
Unabhängigen Jugendzentrum
in der Kornstraße bevölkern
schließlich über
1000 Punks und Skins die völlig
überfüllte Veranstaltung.
Am späten Abend kommt es
zu einem Angriff einer großen
Gruppe von Nazi-Skins aus Hamburger
und Berlin, der aber zurückgeschlagen
wird. Die Nazis flüchten
sich hinter die Reihen der angerückten
Polizei, die sich dann auch
vor den Attacken der Punks und
Skins schützt. Es kommt
zu heftigen Krawallen und auch
Plünderungen in der gesamten
Nordstadt. |
| 2.
Juni |
Chaos-Tage
1983/Samstag: Das Ende der "Wende"
Rund 1500 Chaos-Tag-Besucher
treffen sich "High Noon"
in der hannoverschen City -
eine bislang nie dagewesene
Ansammlung von Punks und Skins.
Den auch anwesenden Nazis gelingt
es aber, durch ständige
und willkürliche Attacken
gegen Punks und zunehmend offener
auftretendes faschistisches
Auftreten eine Polarisierung
von Punks auf der einen und
Skins auf der anderen Seite
herbeizuführen. Es kommt
zur offenen Auseinandersetzung
zwischen beiden Gruppen, die
mit dem Abzug der Skinheads
endet.
Die "Wende" ist gescheitert. |
| 3.
Juni |
Chaos-Tage 1983/Sonntag:
Ruhe kehrt ein.
Während die Punks und
Skins abzuziehen beginnen,
herrscht Panik und Paranoia
beim Schützenausmarsch.
Attacken auf den Zug bleiben
aber aus, die einsatzbereiten
privaten Knüppelgarden
bekommen ihre potentiellen
Gegner kaum zu Gesicht...
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| 17.Dez. |
1.
"Weihnachts-Pogo"
Ein Jahr nach dem ersten Chaos-Tag
versammeln sich rund 150 Punks
zum zum ersten "Weihnachts-Pogo".
Ohne konkreten Anlaß kesseln
Polizeikräfte die Gruppe
ein und nehmen den Großteil
fest. |
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| 1984 |
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| Frühjahr |
Aufrufe
zu neuen Chaos-Tagen
Auf neuen Flugblättern
ruft ein "Internationaler
Punk-Rat" zu Chaos-Tagen
1984 nach Hannover. Nach den
Erfahrungen vom Vorjahr heißt
es diesmal: "Chaos-Tage
gegen die braune Pest!".
Zum ersten Mal wird auch im
Ausland für die Chaos-Tage
geworben; im weltweit vertriebenen
US-Fanzine "Maximum RocknRoll"
erscheint ein großer Aufruf.
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| 3.
August |
Chaos-Tage
1984/Freitag
Ein ähnliches Bild wie
im Jahr zuvor: Hunderte Punks
lagern am Hauptbahnhof, bis
die Polizei dem Treiben mit
einem harten Einsatz ein Ende
bereitet. Es kommt zu ersten
Schlägereien mit Nazi-Skins. |
| 4.
August |
Chaos-Tage
1984/Samstag
Gegen Mittag versammeln sich
rund 2000 Punks, davon viele
aus dem Ausland, am Operplatz.
Allgegenwärtig die Polizei,
die ununterbrochen Leibesvisitationen
durchführt, "Waffen"
wie Nietengürtel und Lederjacken
beschlagnahmt und willkürlich
Verhaftungen vornimmt.
Eine von einem "Antifaschistischen
Bündnis" angemeldete
Demonstration Richtung Glocksee
beginnt, wo ein Konzert stattfinden
soll. Auf der Demo-Route trifft
man auf eine große Gruppe
von rund 150-Nazi-Skins - es
kommt zu einer kurzen, heftigen
Auseinandersetzung.
Das Konzert in der Glocksee
wird nach rund 2 Stunden beendet,
als vor dem Eingang ein Auto
angezündet wird. Eine stundenlange
Schlacht mit der Polizei beginnt,
in der der Zentrum verwüstet
wird und rund 1500 Punks die
ganze Nacht über in dem
abgeriegelten Areal festgehalten
werden. |
| 5.
August |
Chaos-Tage
1984/Sonntag
Die Enttäuschung in der
Punk-Szene ist groß, das
Treffen völlig aus den
Fugen geraten. Bei vielen setzt
sich die Erkenntnis durch, daß
dies wohl für lange Zeit
die letzten Chaos-Tage gewesen
sind.
In den folgenden Monaten und
Jahren wenden sich viele Punks
von der Szene ab und bilden
stattdessen den Kern der sog.
"Hardcore"-Szene.
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| 1989 |
|
| August |
Chaos-Tage
1989 ein Flop |
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Der
Versuch, die Chaos-Tage in Hanover
wiederzubeleben, scheitert.
Lediglich 150-200 Punks kommen
nach Hannover. |
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| 1994 |
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| Jan./Feb. |
Aufrufe
zu neuen Chaos-Tagen in Hannover
Nach zehnjähriger Pause
rufen hannoversche Punks auf
verschiedenen Flyern für
den den 5.-7. August zu den
4. Chaos-Tagen in Hannover auf
und kündigen eine Fortsetzung
bis zum Jahre 2000 an. |
| Mai |
Chaos-Tage-Fanzine
"Streetpunk" ruft
großes Echo in der Punk-Szene
hervor
In einer vieltausendfach verkauften
Sonderausgabe des ZAP-Fanzines
werden die Ursprünge von
Chaos-Tagen, Punk-Treffen und
Streetpunk aufgearbeitet und
so den Chaos-Tagen 1994 große
Publizität verschafft..
|
| 4.
August |
Erste
Anreisende im Vorfeld
Bereits am Donnerstag bevölkert
eine große Gruppe von
Punks den Bahnhof und übernachtet
auch dort. Es zeichnet sich
ab, daß die Chaos-Tage
1994 an "alte Zeiten"
anzuknüpfen vermögen.
Polizei und Bahnhofs-BGS sind
sichtlich irritiert. |
| 5.
August |
Chaos-Tage
1994/Freitag: Alles wie gehabt...
Im Laufe des Tages treffen immer
mehr Punks am Bahnhof ein und
beginnen, eine riesige Party
zu feiern. Wie 10 Jahre zuvor
sprengt die Polizei das ganze
in einem harten Einsatz, kesselt
so viele Punks wie möglich
ein und nimmt 175 fest. Punks
werden ab sofort nicht mehr
in der Innenstadt geduldet,
so daß sich diese in der
Hannoveraner Nordstadt treffen
und dort die Straßen bevölkern.
Gegen Abend sind rund 500 Chaos-Tage-"Gäste"
in Hannover. |
| 6.
August |
Chaos-Tage
1994/Samstag: Die Geburt der
"Schutt-und-Asche"-Legende
Die hannoverschen Tageszeitungen
berichten groß über
die Ereignisse vom Vortag, wobei
die "Neue Presse"
den Vogel abschießt, als
sie vermeldet, die Punks seien
"nach eigenen Angaben"
gekommen, um "Hannover
in Schutt und Sche zu legen".
Diese Meldung wird von allen
anderen Medien, selbst der taz,
ungeprüft übernommen
und in immer neuen Meldungen
mehr und mehr aufgeblasen.
In der hannoverschen Innenstadt
bleibt ansonsten alles beim
alten: Punks werden rigoros
der City verwiesen, so daß
sich schließlich rund
800 auf dem "Fährmannsfest"
trifft, einem "Umsonst
& Draußen"-Live-Festival.
Am Abend ziehen Punks und Skins
wieder in die Nordstadt zu einem
Konzert auf dem Sprengelgelände.
Die aufgeheizte Stimmung entlädt
sich schließlich in einer
kurzen Schlacht mit der anrückenden
Polizei, die anschließend
das Konzert stürmt und
400 Konzertbesucher festnimmt. |
| ab
dem 7.August |
Medienecho
bundesweit - die Legende wird
ausgebaut...
Ab Sonntag beginnen die Medien
die 10minütige Straßenschlacht
in wahrhaft epische Dimensionen
aufzublasen: "Todesangst
in der Nordstadt" - "Blut
klebte an Steinen und Containern"
- "Orgie der Gewalt"
- "Überall umgestürzte
und brennende Autos" -
"Randalierer tobten durch
Hannover" - "Vor Haustüren
und in Fluren tobte der Punkerterror"
- so die Schlagzeilen. Und immer
wieder die Behauptung "Sie
wollten Hannover in Schutt und
Asche legen". Als Beleg
wird immer wieder ein angebliches
"Flugblatt" genannt.
Ein Flugblatt, das keiner kennt
und keiner zeigt. Keiner zeigen
kann.
Nachprüfen will die Geschichte
allerdings auch niemand. Rund
ein Dutzend Journalisten werden
persönlich dazu aufgefordert,
sich das angebliche Flugblatt
von der Polizei zufaxen zu lassen,
aber nur einer -ein SPIEGEL-Journalist
- setzt dies in die Tat um.
Aber auch im SPIEGEL erscheint
dazu dann nur eine kleine Meldung.
"Schutt-und-Asche"-Märchen
sind einfach interessanter. |
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| 1995 |
|
| Februar |
Chaos-Tage-Video "Kampf
der Welten" erscheint
In kleiner Auflage erscheint
ein aus Spielfilmen, Nachrichten
und anderen Fernsehsendungen
am heimischen Videorecorder
zusammengeschnittener Film,
der aber schon bald massenhaft
immer wieder weiterkopiert
wird. Das Video wird DER Partyknüller.
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| Frühjahr |
Flugblatt-Welle
überschwemmt die Punk-Szene
Nach den Ereignissen des
Vorjahres erwartet man in der
Punk-Szene für die '95er-Chaos-Tage
wohl die sofortige Internierung.
Deshalb heißt das Motto
diesmal: "Ab ins Lager!".
Unmengen verschiedener Flugbklätter
kommen in Umlauf, worunter eines
besonders hervorsticht: Es hat
die gleiche Aufmachung wie das
Fun-Flugblatt vom Vorjahr, ruft
aber zu genau den Brutalitäten
auf, die den Punks im Vorjahr
unterstellt worden waren. Und
versucht sich gar in Steigerungen
- So wird für "Freitag,
16.00 Uhr" der Programmpunkt
"Vergewaltigung von Polizistinnen"
vermerkt. Dann aber auch der
Hinweis: "Dieses Flugblatt
ist eine Fälschung! Aber
genau so ein Flugblatt haben
uns die Pressewixer im letzten
Jahr unterstellt, aber NIE vorzeigen
können!" |
| 7.
April |
Die
Presse nimmt das als Fake gekennzeichnete
Flugblatt ernst
In der hannoverschen "Neuen
Presse" erscheint ein Artikel,
in dem es heißt: "Im
August wollen Punks Hannover
in Schutt und Asche legen".
Es wird aus dem Fake-Flugblatt
zitiert - aber ohne auf den
Satire-Charakter hinzuweisen. |
| Mai |
Im
Internet erscheinen die ersten
Aufrufe: Chaos-Tage weltweit!
Zum ersten Mal wird das
Internet für die Verbreitung
von Chaos-Tage-Flyern genutzt:
Kettenbriefe werden abgetippt,
übersetzt und in die verschiedenen
Newsgroups gesetzt. Schon bald
gibt's Antwort aus San Francisco:
Hier will man nun am gleichen
Wochenende wie in Hannover Chaos-Tage
abhalten! |
| 29./30.
Juli |
Die ersten Punks sind
da!
Um zu verhindern, gar nicht
erst in die Stadt hineingelassen
zu werden, kommen bereits
am Wochenende vor den Chaos-Tagen
rund 150 Punks nach Hannover.
Gleichzeitig beginnt eine
"Lager-Gang" via
Internet mit der Verbreitung
von täglichen Infos zum
Thema.
|
| 1.
August |
Die
Medien bereiten den Boden
Ab Dienstag wird nun fast täglich
in allen hannoverschen Tageszeritungen
über die Chaos-Tage berichtet.
Dabei gibt man sich zunächst
einmal halbwegs moderat. |
| 2.
August |
Die
Polizei demonstriert Stärke
Obwohl von den täglich
neben dem Bahnhof lagernden
rund 200 Punks keine Agressivität
ausgeht, fährt die Polizei
ab Mittwoch mit großen
Bussen vor, führt ständige
Kontrollen durch und transportiert
Verdächtige und Minderjährige
ab. Die Stimmung bleibt aber
friedlich. |
| 3.
August |
Die
Situation eskaliert
Am frühen Nachmittag vertreibt
die Polizei ohne erkennbaren
Anlaß die Punks aus der
City. Neuankömmlinge werden
auch sofort der Innenstadt verwiesen.
Der einzige Ort, wo Punks noch
geduldet werden, ist die Schaufelder
Straße in der Nordstadt,
direkt beim ehemals besetzten
Sprengelgelände. Als die
Polizei auch dort beginnt, willkürlich
Punks festzunehmen, explodiert
die Situation: Steine fliegen,
es werden Barrikaden gebaut
und angezündet. Die Polizei
muß sich unter einem Steinhagel
zurückziehen. |
| 4.
August |
Chaos-Tage
1995/Freitag: Nicht nur Punks
stellen sich gegen die Polizei
An diesem ersten "offiziellen
Chaos-Tag" strömen
massenhaft Punks nach Hannover.
Währenddessen bereitet
man sich in der Nordstadt auf
neue Angriffe der Polizei vor
und baut wieder Barrikaden.
Die ersten Angriffe der Polizei
werden erfolgreich zurückgeschlafen,
dann aber werden Schaufelder
Straße und auch das Sprengelgelände
in einem harten Einsatz geräumt.
Danach versucht die Polizei
einen Sturm der Häuser
in der Heisenstr., wo sich ebenfalls
Punks aufhalten. Die Polizei
muß sich aber in den engen
Straßen unter einem Steinbombardment
zurückziehen.
Im Laufe der Nacht kommt es
aber zu einer nochmaligen Eskalation:
Angelockt durch die Berichte
von anhaltenden Krawallen reisen
auch Hooligans und Autonome
nach. Zusätzlich legt sich
die Polizei ohne Not mit türkischen
Jugendlichen an, so daß
die Polizei nun mit fast 3000
Gegnern fertig werden muß.
Eine Aufgabe, die nicht gelingt:
Die Polizei erleidet Schlappe
auf Schlappe und wird fast vollständig
aus der Nordstadt vertrieben.
Ein Penny-Markt wird spät
in der Nacht geplündert.
Die Polizei ist machtlos. |
| 5.
August |
Chaos-Tage
1995/Samstag: Die Einkesselung
des Fährmannsfestes mißlingt
Der Morgen beginnt relativ ruhig,
und das Geschehen verlagert
sich auch dieses Jahr zum "Fährmannsfest".
Dort findet auch ein spontaner
Auftritt der US-Punkband "Total
Chaos" statt.
Gegen 19:00 eskaliert die Situation
wieder: Betrunkene haben ein
Auto angezündet, und es
gibt neue Auseinandersetzungen
mit der Polizei. Für die
Punks wieder mal ein Glücksfall:
Starke Polizeikräfte sind
nämlich gerade dabei, das
Konzertgelände hermetisch
abzuriegeln und so die Punks
über Nacht am Verlassen
zu hindern - ganz nach dem Vorbild
von 1984.
So gelingt es den Punks aber,
im allgemeinen Chaos, noch vor
dem Schießen den Kessels
das Gelände zu verlassen.
Die meisten wandern aber nicht
wieder in die Nordstadt, sondern
feiern eine lange Party im angrenzenden
Park.
In der Nordstadt dagegen sind
in der Nacht in erster Linie
Hooligans, türkische und
andere Jugendliche aus Hannover
aktiv. Wieder kommt es zu Straßenschlachten,
bei denen die Polizei oft völlig
überfordert ist. |
| 6.
August |
Chaos-Tage
1995/Sonntag: Die Ruhe nach
dem Sturm
Mal abgesehen von einzelnen
kleineren Scharmützeln,
kehrt langsam Ruhe in der Nordstadt
ein. Die Punks ziehen ab. |
| 7.
August |
Riesiges
Medienecho weltweit
Schon am Wochenende waren die
Medien mehr und mehr heißgelaufen,
aber nun sind Zeitungen und
TV voll mit Berichten über
die Chaos-Tage. Gleichzeitig
wächst der Druck auf die
niedersächsische Landesregierung
unter Gerhard Schröder.
Man wirft Ihr eine angebliche
"Deeskaliationsstrategie"
vor. |
| 15.
August |
"Chaos-Tage in Oldenburg"
werden von den Medien gepusht
Verschiedene Zeitungen berichten
gleichlautend von einem neuen
angeblich in Oldenburg geplanten
Punk-Treffen. In den nächsten
Tagen steigert sich dieses
zur Hysterie, und die Polizei
schickt vorsorglich 1500 Beamte
nach Oldenburg.
Per Internet wird von Punk-Seiten
zur "Aktion Tarnkappe"
aufgerufen - man will angeblich
im Sakka und mit geputzten
Schuhen nach Oldenburg reisen...
|
| 17.
August |
Nazis
wollen in Hannover demonstrieren
Die "Jugen Nationaldemokraten",
die Jugendorganisation der NPD,
meldet zum Todestag von Rudolf
Heß eine Demonstration
in Hannover an unter dem Motto
"Wenn Chaos tobt in deutschem
Land, braucht Deutschland eine
starke Hand". Die Demonstration
wird verboten. |
| 19.
August |
Polizei
und Medien lassen sich in Oldenburg
erfolgreich hochnehmen
Nachdem die Polizei Oldenburg
in eine Festung verwandelt hat,
warten nun Hundete von Reportern
auf die bunten Brutalos. Dummerweise
tauchen nur einige wenige Gestalten
auf, die auch noch fürs
Bierdosenwerfen von Journalisten
bezahlt werden müssen.
Ein echter Lacher!
Die Polizei aber feiert dies
als Erfolg ihrer "Abschreckung" |
| 25.
August |
Hannovers
Polizeipräsident tritt
zurück
Der durch die Chaos-Tage schwer
unter Druck geratene hannovesche
Polizeipräsident Sander
tritt zurück und betont,
"so etwas" dürfe
es nicht wieder geben. |
| 4.
Sept. |
Neuer
Polizeipräsident heißt
Klosa
Sanders Nachfolger wird Hans-Dieter
Klosa, ein Mann vom "harten
Schlag"... |
| 8.-11.Okt. |
Stürmung
und Abriß der "Chaos-Zentrale"
Polizeipräsident Klosa
setzt ein Zeichen für "beherztes
Durchgreifen": Im Morgengrauen
werden Häuser in der Heisenstraße
von der Polizei gestürmt
und somit die Schlappe vom August
wettgemacht.Geründet wird
dies mit angeblichen "Schüssen
auf Handwerker" und "Hinweisen",
das Hause sei im August die
"Chaos-Zentrale" gewesen. |
| 25.
Okt. |
Gericht:
Polizeimaßnahmen rechtswidrig
Das Amtsgericht Hannover bestätigt,
daß die Festnahmen von
über 500 Punks während
der Chaos-Tage rechtswidrig
waren. |
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| 1996 |
|
| Frühjahr |
Start
in die neue "Saison"...
Und auch diese Jahr gibt's die
übliche Flugblattwelle... |
| April |
Start
des "Kannibalenkanals"'
Der "Cannibal Home Channel"
(CHC) nimmt als Nachfolger der
Lager-Gang seine Aktivitäten
auf, die auch schnell von den
Medien bemerkt werden. |
| 2.
Mai |
Polizeipräsident
Klosa kündigt Verbot der
Chaos-Tage an
Obwohl die Chaos-Tage sich als
reines Treffen und nicht als
politische Versammlung verstehen,
kündigt Polizeipräsident
Klosa ein Verbot nach dem Versammlungsgesetz
an. Grund sei, daß im
Jahr zuvor auch Autonome angereist
seien, die "erkennbare
Organisationsstrukturen"
hätten. |
| 8.
Mai |
Niedersachsen
verschärft Polizeigesetz
Um die kommenden Chaos-Tage
in den Griff zu bekommen, verschärft
die SPD-Mehrheit im Landtag
das Polizeigesetz. Nun ist es
möglich, Personen das Betreten
ganzer Stadteile und Sädte
zu verbieten, falls sie den
"Verdacht" habe, es
könnten Straftaten begangen
werden. |
| 25.Mai |
Chaos-Tage-Verbot
erlassen
Polizeipräsident Klosa
verbietet endgültig die
Chaos-Tage. Teilnehmern drohen
Bußgelder bis 1000 Mark. |
| 25.Juli |
Weichen
die Chaos-Tage nach Bremen aus?
Schon längere Zeit kursierende
Flugblätter hatten vorgeschlagen,
bei einem totalen Abriegeln
Hannovers einfach nach Bremen
auszuweichen. Nun werden die
Medien durchdiese Flugblätter
aufgeschreckt - und die Hysterie
schwappt auf Bremen über.
Auf den Flyern steht aber auch,
daß die Chaos-Tage 97-99
ausfallen sollen und man sich
auf die Chaos-Tage 2000 anläßlich
der EXPO konzentrieren wolle. |
| 26.
Juli |
11
Tage Punk-Verbot in Hannover
Ab heute gilt die polizeiliche
Verbotsverfügung, die es
der Polizei ermöglicht,
in den kommenden 11 Tagen alle
Punks der Stadt zu verweisen.
Was sie auch konsequent vollzieht... |
| 2.-4.
Aug. |
Die
Chaos-Tage finden statt - und
wie!
6000 Polizisten und 500 Journalisten
stehen zum Schutz Hannovers
bereit - und der Polizei gelingt
es, Hannover punk-frei zu halten.
Über 3000 Platzverweise
werden erteilt.
Nicht so in Bremen: Hier kommt
es am Freitagabend im Steintorviertel
zur Auseinandersetzungen zwischen
Polizei und Punks.
Niedersachsens Innenminister
Glogowski verkündet stolz:
"Es wird nie wieder Chaos-Tage
geben!" Daß Glogowski
da den Mund etwas voll nimmt,
soll sich schon bald zeigen... |
| 18.
August |
Chaos-Tage
1996 Teil zwei
Rund 300 Punks versammeln sich
in der Hannoveraner Nordstadt
zu "Ersatz-Chaos-Tagen".
Es kommt zu Auseinandersetzungen
mit der Polizei. Die BILD-Zeitung
titelt am folgenden Montag:
"Punker kamen zurück".
Polizei und Medien sind verunsichert:
Lassen sich weitere Chaos-Tage
verhindern? |
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| 1997 |
|
| 16.-19.Mai
|
Chaos-Tage
in Salzburg
Die Chaos-Tage-Hysterie erreicht
auch Österreich: Nachdem
auf einigen Flyern zu Chaos-Tagen
aufgerufen wird und zum Meldungen
dazu im Internet kursieren,
dreht die Stadt komplett durch.
Mit 1500 Beamten wird Salzburg
abgeriegelt, Geschäfte
bleiben geschlossen oder werden
verbarrikadiert. Die wenigen
Punks, die kommen, werden sofort
festgenommen. |
| Juni/Juli |
Chaos-Tage
zur Love Parade?
Auf neuen Flugblättern
wird angekündigt, die ausfallenden
Chaos-Tage 1997-99 in Berlin
parallel zur Love Parade stattfinden
zu lassen, Die B.Z. titelt:
"Sie wollen Haß statt
Love Parade - Wer stoppt die
Chaoten aus Hannover?",
und schon geht wieder die Chaos-Panik
um.
Bei der Love Parade auchen dann
tatsächlich ein paar Punks
auf, aber die werden größtenteils
sofort von der Polizei festgenommen. |
| 1.-3.
August |
1500
Polizisten gegen heiße
Luft
Obwohl keine Chaos-Tage angekündigt,
postiert die Polizei ein Großaufgebot
in Hannover. Punks kommen keine,und
die ausbleibenden Krawalle werden
als "Erfolg" gefeiert...
|
| 6.
August |
Großer
Erfolg polizeilicher Aufklärung!
Über ein Jahr nach dem
Start der Aktivitäten des
"Cannibal Home Channel"
verkündet Polizeipräsident
Klosa stolz in einer Pressekonferenz,
man habe nun endlich den Betreiber
der Website "enttarnt":
Es ist Karl Nagel alias Peter
Altenburg aus Hamburg. |
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| 1999 |
|
| 30.Juli-2.Aug. |
Wie
angekündigt: Chaos-Tage
finden nicht statt
Auch an diesem ersten Augustwochenende
postieren sich Polizeibeamte
gegen mögliche Chaos-Tage.
Doch auch diesmal findet kein
Punk-Treffen statt und auch
diesmal wird dies als "Erfolg"
gefeiert. |
| Sommer |
Die
APPD - der "legale Arm
der Chaos-Tage"
Im Bundestagswahlkampf präsentiert
sich die "Anarchistische
Pogo-Partei Deutschlands"
als "einzige Möglichkeit",
die Chaos-Tage 2000 zu verhindern.
Man habe einen "Deal"
mit den Chaoten, bis 2000 Ruhe
zu bewahren. |
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| 2000 |
|
| Januar |
Die
Mobilisierung für die Chaos-Tage
2000 beginnt
Früher als in jedem anderen
Jahr tauchen die ersten Chaos-Tage
Flugblätter auf. Angesichts
dessen und den gleichzeitig
angekündigten Anti-EXPO-Protest
kündigt die hannoversche
Polizei auf ihrer Website den
"größten Polizeieinsatz
in der bundesdeutschen Geschichte
an. |
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